26 June 2008

Der wahre Grund...

Nur noch einmal zur Erinnerung, warum Kreationisten Evolution nicht akzeptieren.

The issue is not so much what God could have done, but what He said He did. And He said (and this is something that the Bible is "Crystal Clear" about) that He created everything in six days. That by itself (and there's much more) means that evolution is wrong. And why do we need to get "rilled up" about it? Simply because evolution undermines the very foundations of the Bible. According to evolution, death (and suffering, etc.) is a natural part of life, and there was no Adam and Eve. In fact, if creatures didn't die (the less fit ones), then evolution could not have progressed. According to the Bible, death (and suffering, etc.) was not part of the original creation, but the result of sin. So if evolution is true, there was no original sin, and therefore no need of a Saviour—Jesus is out of a job! This is a very simple explanation, but basically if evolution is true, then the entire teaching of the Bible (not just the first chapter or so of Genesis) is dead wrong.

Philip J. Rayment 09:11, 26 June 2008 (EDT) [meine Hervorhebung]

Mit "Schwächen der Evolutionstheorie" hat das kein Stück zu tun.

MfG,
JLT

12 Kommentare:

Anonymous said...

So sec formuliert habe ich das noch nie gesehen: Exakt hier liegt jedoch der Grund dafür, dass Religion (sofern gelebt und durchdacht) fundamentalistisch sein _muss_! Glaubt ein Christ die Geschichte von Jona im Fisch nicht, so ist die Auferstehung von Jesus dahin - da sich Jesus auf Jona bezieht; etc

Cavon said...

Genau! Und weil Evolution "wrong" ist, sind alle anderen Wissenschaftlichen Theorien auch "wrong", weil sie sich einander unterstützen. Was letztendlich bedeuten würde, das unsere Medizin und Technik nicht funktionieren würde. Hmm, das erklärt wohl, warum mich mein Navi immer in die falsche Richtung führt. :p

JLT said...

@ anonymous:

Noch ein erhellendes Zitat gefällig?

"This has a theological consequence. If evolution is out of God’s control, it is incompatible with the notion of providence – the notion that God provides for the future needs of the earth and its inhabitants. God can hardly, for example, provide for the need of Hagar in the desert, if he can’t even guarantee that the human race, of which Hagar is a member, will ever emerge from the primordial seas. [...]

A non-providential God is clearly not an orthodox Christian God, and it therefore appears that theistic evolutionism generates heretical Christianity."


Das ist von Uncommon Descent, William Dembskis ID-Blog. Lustigerweise würde der Autor dieser Zeilen wiederum von manchen YECs als "falscher" Christ bezeichnet, weil er im gleichen Artikel sagt:

"There is plenty of room within orthodox Christianity for the belief that the earth is very old, and for less-than-completely-literal interpretations of Genesis."

;)

JLT said...

@ Cavon:

"Und weil Evolution "wrong" ist, sind alle anderen Wissenschaftlichen Theorien auch "wrong", weil sie sich einander unterstützen."

Es gibt aber noch ganz andere Gründe, warum Theorien falsch sein "müssen" können. Die Relativitätstheorie z. B., weil sie als Rechtfertigung von Abtreibungen verwendet wird:

"There is a correlation between enthusiasm for the theory of relativity and political views. For example, Democratic presidential candidate Barack Obama helped publish an article by liberal law professor Laurence Tribe to apply the relativistic concept of "curvature of space" to promote a broad legal right to abortion.[39] As of June 2008, over 170 law review articles have cited this liberal application of the theory of relativity to legal arguments.[40] Applications of the theory of relativity to change morality have also been common.[41] Moreover, there is an unmistakable effort to censor or ostracize criticism of relativity.[42]"
Quelle: Conservapedia

:P

Ludmila said...

@JLT: Ist nicht wahr, oder?

LOL...

Und die Babys kommen mit dem Storch. Denn der Geburtenrückgang in Deutschland ist mit dem Verschwinden der Störche korreliert.

Wuhahaha!

Jetzt erzählt denn lieben Fundis bitte mal, dass Sie dann kein Satellitenfernsehen, GPS und keine Röhrenbildschirme benutzen dürfen, weil hier die Relativitätstheorie zum Einsatz kommt.

Genau! GPS ist Teufelswerk! Ganz großes Kino.

Cavon said...

Yupp! Technik ist Teufelswerk. Frag' doch mal die Amish

JLT said...

@ Ludmila:

HA, GPS braucht doch keine Relatitvitätstheorie! Behauptet jedenfalls der verlinkte Conservapedia-Artikel...

MfG,
JLT

JLT said...

@ Cavon:

:D Großartiges Video!

El Schwalmo said...

@JLT

Eigentlich ist das ein alter Hut. Diese Auffassung ist Standard bei YEC, man kann sie überall finden.

Nur falls das jemand in deutscher Sprache haben will:

=== schnipp ===
Damit ist klar: Zentrale Themen des Neuen Testaments wie Rechtfertigung, Sündenvergebung und damit verbunden der Zugang zu ewigem Leben sind eng verknüpft mit dem Einbruch der Sünde in die Welt durch den Ungehorsam des ersten Menschen Adam; er bildet den Hintergrund der Erlösungsbedürftigkeit des Menschen. Existiert dieser Hintergrund (im Rahmen der Evolutionslehre) jedoch nicht, macht auch die Erlösung durch Jesu Sterben und Auferstehung keinen Sinn. Wenn die Sünde des Menschen Folge des von Gott gesteuerten evolutionären Prozesses wäre (eine Konsequenz einer theistisch gedeuteten Evolution), wäre der Mensch auch nicht für seine Sünde verantwortlich. Damit könnte aber nicht mehr verständlich gemacht werden, weshalb Jesus Christus stellvertretend für die Menschen sterben musste, wie es das Neue Testament in großer Breite bezeugt. (133)"
=== schnapp ===

Junker, R. (2007) 'Kreationismus: Theologische Motivation und naturwissenschaftliche Aspekte' in: Klinnert, Lars 'Zufall Mensch? Das Bild des Menschen im Spannungsfeld von Evolution und Schöpfung' Darmstadt, WBG S. 127-145

Okay, das deckt sich nicht 1:1, aber wenn man den kompletten Artikel liest, findet man alle Details, die in Deinem Zitat stehen. Ich kann das gerne posten, falls sich jemand dafür interessieren sollte.

Weiter unten in dem Artikel erklärt Junker dann auch die Rolle, die inhaltliche Evolutionskritik für ihn spielt.

JLT said...

Hi El Schwalmo,
Danke für das Zitat.

Klar ist das ein alter Hut, darum auch "zur Erinnerung" ;-)

Es lohnt sich mMn trotzdem (vor allem, wenn man es in zwei Sätzen zusammengefasst findet), immer mal wieder die tatsächliche Motivation aufzudecken, die hinter der Ablehnung von Evolution steht - nicht etwa Zweifel aufgrund echter oder eingebildeter wissenschaftlicher Schwächen, sondern rein religiöse Gründe.

El Schwalmo said...

@JLT

=== schnipp ===
Es lohnt sich mMn trotzdem (vor allem, wenn man es in zwei Sätzen zusammengefasst findet), immer mal wieder die tatsächliche Motivation aufzudecken, die hinter der Ablehnung von Evolution steht - nicht etwa Zweifel aufgrund echter oder eingebildeter wissenschaftlicher Schwächen, sondern rein religiöse Gründe.
=== schnapp ===

hier habe ich ein kleines Problemchen, und zwar das zwischen Motivation und Inhalt.

Selbstverständlich ist die Evolutionskritik religiös motiviert. Wenn man aber beispielsweise Dawkins liest, der Evolution für seinen 'intellectually fulfilled atheism' braucht, kann man uns vorhalten, dass es, mutatis mutandis, bei uns auch nicht motiviationsfrei zugeht.

Deshalb mache ich dieses Fass ungern auf.

Eins kommt noch dazu: wenn man liest, wie Behe oder auch Johnson letztendlich zu ID kamen, sieht das auch ein wenig anders aus. Die kamen über die Lektüre von Dentons 'Evolution. A Theory in Crisis' ins Grübeln. Johnson könnte eher als Kreationist durchgehen als Behe, für den als Katholik Evolution nicht unbedingt ein Problem ist. Denk' daran, dass Ayala erzählt, dass die im Priesterseminar in Spanien beigebracht bekamen, dass Darwin die Lösung des Theodizee-Problems darstellt.

Das Problem wird etwas komplexer, wenn man genauer hinschaut.

Ich persönlich bin der Meinung, dass Evolution mit keiner Religion vereinbar ist, die von einem Gott ausgeht, der mit uns Menschen irgendetwas vorhat. Und andere Götter wären für mich so relevant wie Naturgesetze: facts of life, aber nichts zum Anbeten.

JLT said...

@ El Schwalmo:

Ach, come on.

Dawkins argumentiert genau anders herum: Von dem ausgehend, was wir wissen, hält er es für unwahrscheinlich, dass ein Gott, der in irgendeiner Weise in das Geschehen eingreift, existiert – darum ist er Atheist.
Kreationisten gehen von dem aus, was ihr Glaube ihnen diktiert und leugnen alles ab, was ihrem Glauben entgegensteht.

In dem einen Fall folgt aus der Beobachtung die Weltsicht, im anderen Fall bestimmt die Weltsicht, welche Beobachtungen akzeptiert werden.

Der Unterschied ist doch, dass alles, was wir wissen oder zu wissen meinen, die Existenz eines Gottes oder von Göttern nicht ausschließt – potenziell sind alle möglichen Gottheiten denkbar, die alle mit dem in Einklang stehen, was wir beobachten. Das sagst Du, das sage ich, das sagt im Übrigen auch Dawkins.

Was wir mit ziemlicher Sicherheit ausschließen können, sind verschiedene Glaubensaussagen, die manche Menschen mit ihrem Glauben an Gott/Götter verbinden. Wir können ziemlich sicher ausschließen, dass die Erde eine Scheibe auf dem Rücken von Elefanten ist, die ihrerseits auf einer Schildkröte stehen. Wir können ziemlich sicher ausschließen, dass die Sonne auf einem Wagen über den Himmel gezogen wird. Wir können ziemlich sicher ausschließen, dass die Erde 6000 Jahre alt ist.
Zwei dieser drei Aussagen würden auch Kurzzeitkreationisten zustimmen (nehme ich an). Warum, aus einer atheistischen Motivation heraus, oder weil das die logische Folge aus dem ist, was wir beobachten? Ich behaupte, aus dem zweiten Grund. Wieso sollte dann die Zustimmung zur dritten Aussage atheistisch motiviert sein? Die Belege, die gegen eine junge Erde sprechen sind nicht weniger sicher als die, die gegen die "Schildkrötenhypothese" sprechen und auch die Methodik, mit der diese Hypothesen widerlegt wurden, ist in allen Fällen die Gleiche.

Ich weiß natürlich, was Du eigentlich sagst: Nur, weil sie religiös motiviert sind, muss ihre Kritik nicht unberechtigt sein. Völlig richtig. Sage ich auch gar nicht. Ich sage, sie halten weiter an ihrer Kritik fest, obwohl sie unberechtigt ist, weil sie eine religiöse Motivation haben.