4 May 2007

Und sie entsteht doch.

Christoph Heilig hat auf Evolution & Schöpfung ein langes Post zum Analogie-Argument veröffentlicht. Es zu Lesen war tatsächlich erhellend für mich, da es mir wieder mal vor Augen geführt hat, warum IDler so auf ihren Designer fixiert sind.

Im Grunde ist es ganz einfach. Sie behaupten, "Information" (ohne jemals eine Definition anzugeben, was sie eigentlich damit meinen) könne nicht von selbst entstehen. Darum MUSS es natürlich einen Designer o. ä. geben, ist ja klar, wenn ich von vorneherein festlege, dass sie nicht natürlich entstehen kann, ist dieser Schluss unausweichlich.
1)Es ist sicherlich richtig, dass Lebewesen - im Gegensatz zu gewöhnlichen Artefakten - zur Reproduktion befähigt sind. Doch dies ist vorerst nur eine rein deskriptive Beschreibung eines Unterschieds. Soll das Argument der Analogie von molekularen zu technischen Maschinen geschwächt werden, dann muss dieser Unterschied erklären, wie Neukonstruktionen innerhalb dieses Unterschiedsbereiches machbar sein könnten. Dies ist jedoch nicht der Fall. Unser heutiges Wissen lässt sogar auf eine Degeneration genetischer Information schließen (vgl. SANFORD 2005).
Natürlich wäre es kein Unterschied, ob man ein Mehrgenerationen- oder ein Eingenerationensystem anschaut, wenn es bei einem Mehrgenerationensystem keine Veränderungen geben könnte oder keine neuen Funktionen entstehen könnten. Das entspricht aber nicht den Tatsachen.

Zum einen kann man die Behauptung, durch Mutationen könne es nur zu einer Degeneration genetischer Information kommen, durch ein kleines Gedankenexperiment widerlegen.
Nehmen wir ein Gen, das durch eine Mutation seine Funktion verliert. Degeneration! "Informationsverlust" würden IDler wohl dazu sagen. Wenn aber nun durch eine erneute Mutation der Urprungszustand wieder hergestellt würde  "Informationsgewinn"!
Fraglos kann man dagegen sagen, dass damit keine *neue* "Information" geschaffen würde, weil sie ja schon mal vorhanden war, aber es widerlegt sehr schön, dass Mutationen nur zu einer Degeneration führen können.

Viel wichtiger ist aber, dass es sehr wohl Mechanismen gibt, die zur Entstehung neuer Gene mit Funktionen führen können, die vorher nicht vorhanden waren. Für einen kleinen Einstieg in die Literatur zu dem Thema. Oder hier, hier, hier und hier.

Im Anschluss kommt dan ein kleines Argumentum ad ignorantiam:
2)Der Vorgang der Reproduktion wirkt selbst äußerst designt. Er ist derart anspruchsvoll, dass wir ihn bis heute nicht in die Technik integrieren konnten. Man beachte allein die spezifische Komplexität der Zellteilung (vgl. FRANCIS 2000).
Menschen können es nicht nachbauen? Dann MUSS es designt sein.

Und ein großes Argumentum ad ignorantiam:
3)Manche biologischen Strukturen scheinen nach derzeitigem Wissensstand durchaus Ein-Generations-Systeme zu sein. Für sie kann nämlich über mehrere Aufbauschritte kein selektiver Ruheplatz ausgemacht werden. Ebenso, wie man zwar einen Fluss überqueren kann, indem man von Stein zu Stein springt, dann aber in die Situation kommt, ein großes Stück auf einmal springen zu müssen. Dass dabei nicht der ganze „Fluss“ in einem Zug überquert werden muss, schwächt das Argument nicht (vgl. BEHE 1996)
Das ignoriert zunächst mal, dass für viele Systeme "selektive Ruheplätze" bekannt sind. Natürlich ist nicht alles bis ins letzte erforscht. Aber das ist doch nur ein "moving the goalpost". Um mal bei dem Bild mit dem Fluss zu bleiben: Erst wurde gesagt, der "Fluss hätte in einem Zug überquert werden müssen". Dann findet man "Trittsteine", also heißt es nicht mehr "der ganze Fluss", sondern ein großes Stück zwischendrin. Irgendwann sind wir dann wirklich so weit, dass nach der Turnschuhmarke des Springers gefragt wird...

Mal ganz abgesehen davon, was machen Forscher, die mit einem fehlenden Zwischenschritt konfrontiert sind? Richtig, sie suchen nach einem. Was würden IDler tun? Richtig. Designerdidit.

MfG,
JLT

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2 May 2007

Nur für den Fall....

dass dieser Artikel von Carl Zimmer (The Loom) in der New York Times Eurer Aufmerksamkeit bisher entgangen sein sollte:

In Ducks, War of the Sexes Plays Out in the Evolution of Genitalia

Wie Carl Zimmer es selbst formuliert:

When you find yourself, as I did a few days ago, spending a morning watching the absurdly long phalluses of ducks being coaxed from their nether regions, you can find yourself wondering how your life ended up this way.
Tja.

MfG,
JLT

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Die Flagellumgeschichte geht noch etwas weiter.

Ich habe ja auch über den PNAS-Artikel von Liu und Ochman über die Flagellum-Evolution geschrieben, der gleich nach der Veröffentlichung ziemlich kritisiert wurde, insbesondere von Nick Matzke (hier und hier), der letztes Jahr zusammen mit Pallen einen Nature Review Microbiology-Artikel (.pdf) über das gleiche Thema veröffentlich hat.
Letzte Woche schon hat Nick Matzke ein weiteres Post zu dem Thema veröffentlicht, das sich nun auch mit der Methodik von Liu und Ochman beschäftigt.

MfG,
JLT



Ein weiteres Update gibt es hier: Correction to Liu & Ochman paper von Nick Matzke.

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Auferstanden von den Toten.

The Laotian rock rat, which is very much alive, belongs to a rodent family that scientists had assumed had vanished 11 million years ago, says an international research team that examined DNA evidence. The family resemblance was also suggested from fossil evidence last year.

The Laotian rock rat (Laonastes aenigmamus), or kha-nyou, was new to science in 1996 when a wildlife-survey team bought some specimens in a food market in Laos. Since then, scientists have debated what sort of rodent it is, even proposing that it belongs to a new family of mammals.

Now, researchers in five countries have finished the biggest rock rat–DNA analysis yet. Their study dashes the idea of the new mammal family, says Dorothée Huchon of Tel Aviv University. The team argues for an even more dramatic solution: The rock rat is a member of a supposedly extinct family, the Diatomyidae.
[Quelle und Bild-Quelle: Sciencenews]

Ich weiß zwar nicht, was es ist, aber ich esse es trotzdem...

Die Analyse des Angebots lokaler Lebensmittelmärkte sollte ins Pflichtprogramm für Paläontologen aufgenommen werden. Wer weiß, vielleicht stehen irgendwo auch noch Minidinos auf dem Speisezettel. DAS wäre mal sensationell. Und ist doch gar nicht so abwegig, nachdem man neulich rausgefunden hat, dass die nach Hühnchen geschmeckt haben (ok, und nach Frosch und Salamander).

Andererseits ist der Name schon ziemlich toll, die Laotische Steinratte. Hat direkt Haustierpotential, ich kann es fast hören: "Mama, kann ich eine Laotische Steinratte haben, die sind so süß, und außerdem gibt [Name] immer so mit ihren/seinen Rennmäusen an und ich hätte dann eine *lebendes Fossil*." Und wenn dann keiner mehr Lust hat, den Käfig sauber zu machen, kann man es einfach aufessen. Perfekt.

MfG,
JLT


Huchon et al., Multiple molecular evidences for a living mammalian fossil. PNAS | May 1, 2007 | vol. 104 | no. 18 | 7495-7499

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Deadlines...

Wie möglicherweise schon aufgefallen ist, war ich die letzten Tage ziemlich ruhig. Ich habe aber nicht etwa die Lust verloren, nein, tatsächlich hätte ich viel lieber Blog-Beiträge geschrieben... aber heute hatte ich eine wichtige Deadline, und wie immer wurde die Arbeit zum Ende hin mehr statt weniger.

Und wie heißt es so schön (oder sollte es wenigstens heißen), "Nach der Deadline ist vor der Deadline", am 18. Mai steht die nächste an.
Aber das ist ja noch "plenty of time" - wenigstens, bis sich wieder heraus stellt, dass es doch mehr Arbeit ist als ursprünglich angenommen.

Wie auch immer, die nächsten Tage ist erst mal wieder mehr von mir zu erwarten!

MfG,
JLT

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28 April 2007

Lassie hätte natürlich immer die effizientere Methode verwendet.

Humans regularly evaluate the actions of others and decide whether or not to copy them. In 2002, researchers discovered that infants do this too. In one experiment, 3- to 12-month old babies watched a female researcher turn on a light box by touching its top with her forehead, not her hands. If she wrapped a blanket around her body during the demonstration, the babies activated the box with their hands--a more efficient way of turning on the lights. They recognized that the woman couldn't use her hands and had to use her head. But when the researcher performed the task without the blanket, a second group of infants opted to copy her head-movements, as if deciding that if the woman did it, then it must be a better way to go. This ability to learn selectively by example, which has also been seen in apes, is key to picking up language and other social skills efficiently.
[Quelle und Bild-Quelle: ScienceNOW]

Menschen (auf jeden Fall sehr junge) machen nur etwas nach, wenn sie keinen Sinn darin erkennen können... das erklärt vieles. ;-)

Wie auch immer, eine Gruppe von Wissenschaftlern hat jetzt gezeigt, dass Hund anscheinend ähnlich wie Kleinkinder nur dann eine weniger effiziente Methode nachmachen, wenn kein offensichtlicher Grund vorhanden ist, die effizientere Methode anzuwenden.

In der Untersuchung wurde Hunden durch einen anderen Hund vorgemacht, dass durch Niederdrücken eines Holzstücks mit der Pfote ein Leckerli freigegeben wurde.
Wenn der vorführende Hund bei der Demonstration einen Ball im Maul hatte (es also einen Grund gab, warum er die Pfote zum Niederdrücken verwendete), zogen die Versuchshunde mit dem Maul an dem Holzstab, um das Leckerli zu kriegen (die effizientere Methode).
Wenn der Vorführhund dagegen nichts im Maul hatte, verwendeten die anderen Hund die Pfotentechnik, als vermuteten sie einen verborgenen Grund, warum das Holzstück mit der Pfote niedergedrückt werden musste.
In our experiment, subjects watched a demonstrator dog pulling a rod with the paw instead of the preferred mouth action. In the first group, using the “inefficient” action was justified by the model's carrying of a ball in her mouth, whereas in the second group, no constraints could explain the demonstrator's choice. In the first trial after observation, dogs imitated the nonpreferred action only in the second group. Consequently, dogs, like children, demonstrated inferential selective imitation.
[Quelle: Range et al., Selective imitation in dogs. Current Biology, Published online: April 26, 2007.]

Für jeden, der jemals einen Hund hatte, ist es natürlich nicht überraschend, dass Hunde intelligente Wesen sind. Das zeigt sich noch mal auf einer ganz anderen Ebene in der gleichen Untersuchung:
Because of the fact that some dogs refused to continue working after a few trials, the number of subjects varies in the control and mouth-free group across trials but does not drop below seven in any group.
Wenn das kein Zeichen für Intelligenz ist...

MfG,
JLT

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27 April 2007

Das würde ich gerne sehen.

Geologists have found the remains of a huge underground rainforest hidden in a coal mine in Illinois. The fossil forest, buried by an earthquake 300 million years ago, contains giant versions of several plant types alive today.

Experts say the forest was growing on top of peaty soil when an ancient tremor plunged it about 5 metres down, allowing it to be buried and fossilized beneath further layers of more recent rock. It dates from a time when North America and Europe were joined together, at the Equator — similar forests went on to be transformed into the rich coal seams of the two continents.

The forest was discovered in 2005 by John Nelson of the Illinois State Geological Survey, who was making routine measurements in a mine in Vermilion County. [...]
The ancient forest bears little resemblance to modern equivalents. "The diversity of the first rainforests was bizarre," says Falcon-Lang. He and his team found the remains of tree-sized clubmosses, horsetails and ferns — plants that today grow 2 or 3 metres tall, but in the ancient forest reached heights of up to 40 metres.
[Quelle: News@Nature; Bildquelle: Scienceticker.info]

Schade, dass man keine Zeitreisen machen kann. Ich würde gerne mal durch einen Wald laufen, wie er vor 300 Mio. Jahren existiert hat. Obwohl, wenn ich mich recht erinnere, gab es zu der Zeit ziemlich große Insekten (kann auf die Schnelle keine Quelle finden) - das wäre möglicherweise nicht so gesund.

MfG,
JLT

P.S.: Habe noch was dazu bei Science gefunden. Mit den Insekten hatte ich wohl recht...
In these so-called coal forests, 2-meter-wide and 40-meter-tall trees with no crowns or branches-- think "telephone poles with leaves," says DiMichele--harbored dragonflies with 60-centimeter wingspans and were visited by giant crablike creatures called eurypterids. DiMichele and colleagues report in the May issue of Geology that plant and animal fossils were found remarkably intact; some tree stumps are still upright and rooted in the underlying coal bed.
[Quelle: ScienceNOW]

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Man soll's nicht glauben, eine VERBESSERUNG!

A controversial rule disallowing scientists in Germany from working on short-term contracts for longer than 12 years — or 15 years in the case of clinical research — has been retracted.

The rule was introduced in 2001 as part of a package of measures intended to improve the lot of young German researchers by limiting the duration of insecure postdoc work [...]

A replacement law that allows grant money to be used to pay postdoctoral researchers without time restriction came into force last week.
[Quelle: News@Nature]

Hipp Hipp Hurra! Ich habe keine Ahnung, wer so intelligent gewesen ist, diese Regelung zurück zu nehmen, aber DANKE!

Es mag sich ja in der Theorie ganz toll anhören, eine Regelung, die dazu führen soll, dass PostDocs in unbefristete Verträge übernommen werden müssen, wenn sie 12 Jahre über befristete Verträge angestellt waren. Nur war das Resultat, beispielsweise auch an meinem letzten Institut, dass man nach 12 Jahren nicht mehr verlängert wurde und auf der Straße stand, unabhängig davon, wie gut man war oder wie viele Drittmittel man eingeworben hatte.

Wer auf der einen Seite Universitäten immer mehr Gelder kürzt, kann nicht auf der anderen Seite erwarten, dass sie unbefristete Stellen schaffen. Die meisten PostDocs, die ich kenne, werden aus von ihnen selbst eingeworbenen Drittmitteln bezahlt. Die neue Regelung entspricht wenigstens der Realität.

Auch wenn es mal ganz schön wäre, eine Perspektive zu haben, die über die nächsten 2, 3 oder 5 Jahre hinausgeht.

MfG,
JLT

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25 April 2007

Warum sehe ich das "Offensichtliche" nicht?

GilDodgen hat's rausgefunden.

Seine Behauptung: Menschen, die den Fehlschluss "Sieht designt aus = ist designt worden" (Afarensis' großartige Anwort dazu) ablehnen, wollen für das, was sie tun, nicht verantwortlich gemacht werden können.

Even the most vociferous and vehement ID opponents (e.g., Richard Dawkins) admit that design in nature appears to be self-evident. Why then, the heroic efforts to explain design away, with such silliness as random variation and natural selection providing the engine that produced highly sophisticated biological software and information-processing systems? [...]

An obvious question remains: What might motivate this denial of the obvious? I believe that the answer is obvious, and it has to do with accountability.

Wenn Du, der geneigt Leser, ähnlich gestrickt sein solltest wie ich, dann geht Dir jetzt eine der großen Fragen der Philosophie durch den Kopf:

HÄ?

Doch glücklicherweise gibt es ja auch noch die Kommentare, da wird dann schon klarer, was der gute GilDodgen damit meinen könnte:

…being understood through what has been made…

[Anm.: zitiert aus dem vorangegangenen Kommentar, der diese Bibelstelle enthielt (Hervorhebung original):
Rom 1:20 For since the creation of the world His invisible attributes, His eternal power and divine nature, have been clearly seen, being understood through what has been made, so that they are without excuse.]

I find this interesting. “What is made” might be expressed as “what is designed.” Things that are made do not come about by chance and necessity. Paul is therefore making an argument from design.

Of course, accountability is not the only reason one might exert much effort to deny and explain away obvious evidence for design, [Hervorhebung von mir] but I believe that this was a major factor in the rise of materialist philosophy in the 19th century (e.g., the “death of God” movement) and the rapid acceptance of its Darwinian creation story, which was, up until the publication of the Origin, a key missing piece in finally putting God out of a job. With design and purpose in nature explained away, materialist philosophy permitted the rise and acceptance of moral relativism, which was quickly accepted by the elite and the academy.

Was ich zunächst mal interessant finde, ist, dass aus dem "design in nature appears to be self-evident" plötzlich "obvious evidence for design" wird (wie gesagt, siehe Afarensis Post: "Aussehen wie" ist nicht gleich "Beweis für").

Aber nochmal zurück zur "accountability". Offensichtlich ist die Verantwortung, die wir Design-Leugner angeblich nicht für unsere Taten übernehmen wollen, diejenige gegenüber dem christlichen Gott, der uns nach unserem Tod zur Rechenschaft zieht, wenn man denn der Folklore glauben sollte.

Ja, richtig gelesen.

Von "sieht designt aus" zu "Beweis für Design" zu "Gott ist der Designer", so einfach ist das mit der ID-"Theorie".











Aber mit der Logik ist das ja so eine Sache. Wie GilDodgen selbst so schön formuliert:
On the other hand, perhaps they don’t want to recognize it, because evidence and logic might conflict with what they want to believe [...]
MfG,
JLT

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24 April 2007

Mann, oh Mann.

Diese "Logik" ist mir unverständlich. Weil iranische Männer nach Ansicht ihrer Regierung offenbar den Verstand verlieren, wenn sie eine Frau sehen, deren Haare nur teilweise von einem Schal bedeckt anstatt vollständig versteckt sind, werden die Frauen vor's Gericht gezerrt.
In Iran haben die Behörden erneut Frauen wegen Verstößen gegen die islamische Kleiderordnung ins Visier genommen. Die iranische Nachrichtenagentur Fars meldet, dass Frauen beim Verstoß gegen die Vorschriften verwarnt und bei Widerstand genauer überprüft würden. Nach Angaben der iranischen Polizei sind seit Samstag über 1300 Frauen auf den Straßen verwarnt worden. 59 Fälle wurden an das Gericht verwiesen.

Irans Konservative begrüßten das Vorgehen: "Die derzeitige Situation ist für eine islamische Regierung beschämend", sagte Mohammad Taghi Rahbar vom Kulturausschuss. "Ein Mann, der diese Mannequins auf der Straße sieht, wird sich nicht mehr genügend um seine Frau zu Hause kümmern" erklärte er.
[Quelle: tagesschau.de]

Warum ist Fundamentalismus eigentlich (fast) immer frauenfeindlich (siehe auch hier)?

JLT

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